Als wir uns alle um halb sechs am Bahnhof in Weil der Stadt trafen, dachte keiner an das, was uns heute noch erwarten sollte. Die Eltern waren schnell verabschiedet und das Abschiedsfoto schnell gemacht. Kurz darauf kam dann auch schon die S-Bahn. Jetzt hieß es Rucksäcke aufschnallen, was uns an diesem ersten Tag noch einige Mühe bereitete. Um 5:38 ging es dann endlich los. Der Anschlusszug in Stuttgart war schnell gefunden, was ingesamt immer ein relativ kleines Problem bleiben sollte, und um 6:30 ging es schon weiter gen Frankfurt. In Frankfurt hatten wir eine knappe halbe Stunde Aufenthalt, aber an die Warterei sollten wir uns schon bald gewöhnt haben. Weiter nach Kassel. Wir hatten elf Minuten Zeit zum Umsteigen, zeitlich also kein Problem, aber der Zug war schon bis auf den letzten Sitz- und Stehplatz voll Eine Verspätung konnten wir uns aber nicht leisten, da wir im nächsten Bahnhof auch nur eine halbe Stunde Aufenthalt hatten. Also erkundigten wir uns nach einer schnelleren Zugverbindung. Zuerst mussten wir mit einem Regionalzug in einen Vorort von Kassel fahren. Allerdings kamen wir erst auf den Bahnsteig als der Schaffner schon das Signal zur Abfahrt gab. So schnell es mit den Rucksäcken ging, rannten wir auf den letzten Waggon zu und Michael, Tobias und Holger kamen auch noch ohne Probleme hinein. Als ich einstieg rollte der Zug gerade an und Max, der noch einige Meter hinter mir gewesen war, musste sich sputen um noch aufspringen zu können. Dann kam schon der nächste Schreck, als der Schaffner direkt auf unseren Waggon zustürzte. Im ersten Moment war er ziemlich sauer, aber als wir ihm unsere Lage schilderten, zeigte er Verständnis und gab uns über unsere Weiterfahrt Auskunft. In Kassel-Wilhelmshöhe stiegen wir dann in den IC um, mit dem wir in 20min in Göttingen waren. Wir sind noch vor dem übervollen Zug angekommen, so dass wir uns einen guten Platz auf dem Bahnsteig sichern konnten. Mit der Einfahrt des anderen Zuges kamen auch die anderen Fahrgäste, der Bahnsteig wurde sehr voll. Als unser Anschlusszug kam, stürmten alle hinein, so dass der Zug eine halbe Stunde wegen Überfüllung warten musste. Dann ging es los. In Alfeld hielt der Zug wegen einer Schlägerei für eine halbe Stunde. Da wir meinten unseren Anschlusszug nicht mehr zu kriegen, stiegen wir in Hannover aus um eine andere Verbindung zu suchen. Am Schalter erfuhren wir, dass der einzig mögliche Zug in 3min abfahren sollte. Mit meiner EC-Karte bekamen wir dann schnell die Tickets. Zuerst sind wir auf das falsche Gleis gestürmt, bis uns eine Durchsage auf das richtige schickte. Wir haben's noch geschafft und danach lief dann bis Travemünde alles glatt. Im Hafen haben wir schnell das Terminal gefunden und eingecheckt. Danach hieß es noch zwei Stunden warten, was wir mit Indiakaspielen verkürzten. Wir trafen auch noch eine andere Reisegruppe aus Dortmund, die nach Schweden zum Kanufahren wollte. Das Wetter war wie die erste Tageshälfte nicht sonderlich gut, also verregnet und bewölkt. Abends war es sonnig und wir waren verschwitzt. Wir öffneten jetzt auch Haralds Gruß und Segen zusammen mit seinen Sesampowerriegeln. Die Fähre legte um 23:30 ab und wir sangen zum Abschied aus deutschen Gefilden die deutsche Nationalhymne in fünf Stimmen. Jetzt fing InterRail erst richtig an...