Ab 7:30 läuft die morgendliche Routine ab, die durch einkaufen in Chingford ergänzt wird.
Um 10:10 steigen wir in Westminster eine Station zu früh aus und haben ein ganzes Stück bis
zum Buckingham Palace zu laufen.
Da wir besonders klug sind, setzen wir uns auf eine der vielen Statuen vor dem Palast um
die Changing of the Guards besser mitbekommen zu können. Ein Bobby hält das aber für
weniger klug und drängt uns die Statue zu verlasssen. Da wir nicht wissen, welche Autorität
ein Bobby in GB darstellt, ignorieren wir ihn. Er mag das nicht und spricht uns nochmals an.
Sein Ansehen bei uns schrumpft, aber wir zweifeln nicht mehr an seiner Autorität, als er
vom Gaul absteigt und näherkommt. Aus Trotz boykottieren wir die Wachablösung, die eh der
schwedischen nicht einmal nahekam. Die nächste Bushaltestelle ist ewig weit weg, so dass
wir erst kurz vor 13:00 bei Harrod's ankommen.
Die folgende Geschichte ist wohl einen eigenen Absatz wert.
Viele Gerüchte über die Security Gods (whoops: Guards) schweben ja in den Köpfen der Leute
und jeder hat vielleicht schon mal von der Auswahlprozedur gehört. Da kommen fünf
unschuldige deutsche InterRailer aus mittelständischen Familien nach London und wollen auch
Harrod's einen Besuch abstatten. Sie tragen ihre besten und saubersten Kleider und legen
ihre schönste "ich bin unschuldig und kenne das wort "trouble" nicht"-Miene auf. Sie geben
ein Pfund für ein luggage deposit aus stehen nun vor dem Eingangstor. Ein freundlicher
Security God bittet sie höflichst, die Gruppe doch bitte zu verkleinern, da größere
Gruppen die ganze Zeit virtuelle Aquarien für £10000 klauen. Die fünf Unschuldsengel teilen
sich und gehen in Zweiergruppen bzw. ganz alleine. Doch auch diese Gruppenform wird von
den Gods abgewiesen, ihre Definition einer Gruppe, die nichts klaut, lauet: one man only.
Manchen der one man-Gruppen widerfährt allerdings selbst dann noch ein Verweis: konkretes
Beispiel: Kaza. Er soll doch gefälligst eine no man-Gruppe bilden. Naja, da ich ein
schlechter und von den Gods als minderwertig eingestufter Mensch bin, mir bei dem Service
auch so vorkomme, lasse ich meine £12500 im Portemonnaie stecken und kaufe kein Katzenbett.
Mit Harrod's sind wir alle eine Stunde später fertig. Da Harrod's uns gelehrt hat, wie man
Gruppen bildet, teilen wir uns noch einmal: Wölli (Photos und Einkaufen), Max und Tobi
(Imperial War Museum), Kaiser und ich (geschlossene St. Paul's Cathedral, Docklands, wo
keine Bahn durchfährt, also einkaufen: Covent Gardens, danach Hyde Park und Speaker's
Corner). Kaiser und ich sind auch die ersten, die in Gilwell wieder ankommen, die anderen
trudeln erst später ein. Ich schlafe da aber schon teilweise.