22. Tag - London

Ab 7:30 läuft die morgendliche Routine ab, die durch einkaufen in Chingford ergänzt wird. Um 10:10 steigen wir in Westminster eine Station zu früh aus und haben ein ganzes Stück bis zum Buckingham Palace zu laufen. Tube Da wir besonders klug sind, setzen wir uns auf eine der vielen Statuen vor dem Palast um die Changing of the Guards besser mitbekommen zu können. Ein Bobby hält das aber für weniger klug und drängt uns die Statue zu verlasssen. Da wir nicht wissen, welche Autorität ein Bobby in GB darstellt, ignorieren wir ihn. Er mag das nicht und spricht uns nochmals an. Sein Ansehen bei uns schrumpft, aber wir zweifeln nicht mehr an seiner Autorität, als er vom Gaul absteigt und näherkommt. Aus Trotz boykottieren wir die Wachablösung, die eh der schwedischen nicht einmal nahekam. Die nächste Bushaltestelle ist ewig weit weg, so dass wir erst kurz vor 13:00 bei Harrod's ankommen.

St. PaulsDie folgende Geschichte ist wohl einen eigenen Absatz wert. Viele Gerüchte über die Security Gods (whoops: Guards) schweben ja in den Köpfen der Leute und jeder hat vielleicht schon mal von der Auswahlprozedur gehört. Da kommen fünf unschuldige deutsche InterRailer aus mittelständischen Familien nach London und wollen auch Harrod's einen Besuch abstatten. Sie tragen ihre besten und saubersten Kleider und legen ihre schönste "ich bin unschuldig und kenne das wort "trouble" nicht"-Miene auf. Sie geben ein Pfund für ein luggage deposit aus stehen nun vor dem Eingangstor. Ein freundlicher Security God bittet sie höflichst, die Gruppe doch bitte zu verkleinern, da größere Gruppen die ganze Zeit virtuelle Aquarien für £10000 klauen. Die fünf Unschuldsengel teilen sich und gehen in Zweiergruppen bzw. ganz alleine. Doch auch diese Gruppenform wird von den Gods abgewiesen, ihre Definition einer Gruppe, die nichts klaut, lauet: one man only.

PicadillyManchen der one man-Gruppen widerfährt allerdings selbst dann noch ein Verweis: konkretes Beispiel: Kaza. Er soll doch gefälligst eine no man-Gruppe bilden. Naja, da ich ein schlechter und von den Gods als minderwertig eingestufter Mensch bin, mir bei dem Service auch so vorkomme, lasse ich meine £12500 im Portemonnaie stecken und kaufe kein Katzenbett. Mit Harrod's sind wir alle eine Stunde später fertig. Da Harrod's uns gelehrt hat, wie man Gruppen bildet, teilen wir uns noch einmal: Wölli (Photos und Einkaufen), Max und Tobi (Imperial War Museum), Kaiser und ich (geschlossene St. Paul's Cathedral, Docklands, wo keine Bahn durchfährt, also einkaufen: Covent Gardens, danach Hyde Park und Speaker's Corner). Kaiser und ich sind auch die ersten, die in Gilwell wieder ankommen, die anderen trudeln erst später ein. Ich schlafe da aber schon teilweise.