So langsam werde ich zum Wecker! Heute bin schon wieder der erste, ich muss aber auch erst
noch meine Brille kleben. Es ist 8:15. Bis 9:54 haben wir das Marks & Spencer Edelmüsli
(3 zum Preis von 2) verzehrt (sooo edel schmeckt es auch nicht), unser Equipment eingepackt,
sind zum Bahnhof gegangen und haben den Zug nach Inverness erwischt. Max wird ab diesem
Zeitpunkt minütlich auf das Vorhandenseins seines IR-Tickets kontrolliert. Er zerstört
nämlich jäh unsere Hoffnungen ihn endlich loszuwerden, indem er nach viertelstündigem
panischen Suchen feststellt, dass sich sein vermeintlich verlorenes InterRail-Ticket
gemeinerweise in den Tiefen seines Rucksacks versteckt hat. In Inverness schließen wir die
Rucksäcke ein (modernes Schließfachsystem mit Geheimnummer, nix für alte Omas).
Wir kaufen
außerdem ein Busticket nach Urquhart Castle für £4,50. Als wäre das nicht genug, kostet der
Eintritt zu der Ruine £3,20, ein Preis bei dem auch Wölli und Max nach zweiter Überlegung
verzichten. Da wir aber jetzt in Urquhart Castle sind und es noch zwei Stunden dauert
bis unser Bus zurück fährt, bahnen wir uns einen Weg an das sagenumwobene Loch Ness.
Nessie hat aber nicht einmal einen müden Furz für uns übrig (beruht wohl auf
Gegenseitigkeit).
Max und Tobi sind durch ihre kindlichen Spielereien völlig durchnässt und beziehen die ganze
Truppe in ihre Fehde mit ein. Der Aufstieg erweist sich leichter als der Abstieg. Wir
fahren mit ein paar coolen Spaniern (im Bus) zurück nach Inverness und ermöglichen durch
stufenweises Einkaufen ein Mittagessen (für mich: Baguette mit Putenbrust (BSE-frei) und
ein Muffin; für Max eine leicht überschätzte Menge Kochfleisch, das Kaiser später zusammen
mit Tobis Kappe elegant entsorgt (denken die Mädchen, die zugeschaut wahrscheinlich auch);
selbst Tobi ist anfangs damit äußerst zufrieden). Ein kurzer (wirklich kurzer) Besuch der
lokalen Burg und des Museums verkürzt die Zeit bis zur Abfahrt des Zuges. An dieser Stelle
erwähnt Max in seinem Tagebuch bestimmt etwas von seltsamen Gerüchen in der "Parkanlage"
der Burg.
Unser Zug fährt pünktlich, so dass wir um 20:30 in Kyle of Lochalsh ankommen. Skye kann von
hieraus durch einen Regen- und Schlechtwetterschleier erkannt werden (Distanz: <500m). Um
die Highlands einmal (und nie wieder) hautnah zu erleben, beschließen wir, eine Nacht in
ihnen zu verbringen, eine folgenschwere Entscheidung. Denn auch Mücken und andere niedere
Wesen beschließen in den Highlands zu nächtigen. Sie veranstalten dort nämlich das größte
Mückensippentreffen der Welt. Die Luft-Mückenlöslichkeit setzt bei 1 Milliarde Mücken pro
m³ Luft glücklicherweise dem frohen Treiben einen Einhalt (haha).
Wir fliehen kurzerhand
in höhere, windigere Gefilde, eine folgenschwere Entscheidung, denn wir essen nicht nur
ein vortreffliches Penne al Pesto dort, sondern schlagen dort auch die Zelte auf. Wir gehen
bald schlafen.