
Um 7:30 klingelt der Wecker und ich (!) wecke die anderen, die angesichts der
bevorstehenden Schiffahrt etwas aufgeregt sind (ich natürlich nicht). Wir haben mal ein
anderes Frühstück ausprobiert: Crunchy, Milch, Kaffee und Tee. Aha! Auch die Zelte sind
schnell abgebaut, so langsam macht sich die Routine bemerkbar. Ein Statuscheck nach zwei
Wochen InterRail zeigt auch, dass wir zwei Kilo Muskelfleisch antrainiert haben (klingt
plausibel). Wir erwischen die Floienbahn um 9:00 und gehen dann direkt zur Anlegestelle,
wo wir natürlich überpünktlich und viel zu früh ankommen. Wir werfen letzte Blicke auf das
kontinentale Europa und lassen die letzten zwei Wochen in Gedanken Revue passieren (ich
jedenfalls), in einer SOS-Situation auf offener See ist das wahrscheinlich nämlich nicht
mehr möglich (ich kann verraten, dass wir die Überfahrt heil überstanden haben, sonst könnte
ich nämlich jetzt nicht davon schreiben). Um 10:12 ist Check-In und knapp eine 3/4 Stunde
später heisst es Goodbye Bergen, goodbye Norway, goobye Scandinavia, goodbye beautiful
girls, etc. (ich glaube, ihr kommt hinter das Prinzip).

Wir deponieren unser Gepäck und inspizieren unsere Plätze. Die Sitze taugen zwar etwas
mehr als die auf der ersten Fähre, sind aber zum Schlafen trotzdem ungeeignet (mehr darüber
später). Man gewinnt so langsam einen Eindruck von Größe und Ausstattung des Kahns (Geld
und Luxus verhalten sich proportional zueinander): Café, Restaurants, Shop, Casino, Lunch
Box (später). Beim Zwischenstopp in Stavanger müssen wir an Bord bleiben. Jeder geht
seinen eigenen Interessen nach (sofern er welche hat). Man trifft sich und ein paar
Münchner später wieder beim Schieb. Die Münchner sind auch auf InterRail und sind uns die
ganze Zeit hinterhergereist. Wir quatschen ein bisschen, Max labert (wie immer).
Es ist abends, im Schiff ist es angenehm warm, trotzdem macht sich ein Gefühl von Kälte
breit, man wird unruhig und sucht nach einem Weg, den inneren Schweinehund zu zähmen. Im
Club Viking versuchen uns die Münchner die bayerischen Aufreissmethoden an einem Beispiel
(zwei heissen Norwegerinnen, die kurz mal nach Newcastle gehen, um sich ein paar
(tausend) Levi's zu kaufen) zu zeigen. Entweder sind die Norwegerinnen zu klug, oder die
Bayern zu blöd, auf jeden Fall ergibt sich nicht all zuviel zwischen den Vieren (nicht
einmal Max konnte mit seinem unendlichen Charme eine von den Katzen zum Schnurren bringen).
Auf der Bühne versuchen sich einige Kabarettisten und haben teilweise Erfolg. Tanzmusik
folgt. Kaiser folgt auch, nämlich mir ins Bett (jetzt kann ich den Bezug zur Lunch Box
wieder herstellen, dort schlafen wir nämlich).