14. Tag - Bergen - Fähre

MuesliUm 7:30 klingelt der Wecker und ich (!) wecke die anderen, die angesichts der bevorstehenden Schiffahrt etwas aufgeregt sind (ich natürlich nicht). Wir haben mal ein anderes Frühstück ausprobiert: Crunchy, Milch, Kaffee und Tee. Aha! Auch die Zelte sind schnell abgebaut, so langsam macht sich die Routine bemerkbar. Ein Statuscheck nach zwei Wochen InterRail zeigt auch, dass wir zwei Kilo Muskelfleisch antrainiert haben (klingt plausibel). Wir erwischen die Floienbahn um 9:00 und gehen dann direkt zur Anlegestelle, wo wir natürlich überpünktlich und viel zu früh ankommen. Wir werfen letzte Blicke auf das kontinentale Europa und lassen die letzten zwei Wochen in Gedanken Revue passieren (ich jedenfalls), in einer SOS-Situation auf offener See ist das wahrscheinlich nämlich nicht mehr möglich (ich kann verraten, dass wir die Überfahrt heil überstanden haben, sonst könnte ich nämlich jetzt nicht davon schreiben). Um 10:12 ist Check-In und knapp eine 3/4 Stunde später heisst es Goodbye Bergen, goodbye Norway, goobye Scandinavia, goodbye beautiful girls, etc. (ich glaube, ihr kommt hinter das Prinzip). Colorline Wir deponieren unser Gepäck und inspizieren unsere Plätze. Die Sitze taugen zwar etwas mehr als die auf der ersten Fähre, sind aber zum Schlafen trotzdem ungeeignet (mehr darüber später). Man gewinnt so langsam einen Eindruck von Größe und Ausstattung des Kahns (Geld und Luxus verhalten sich proportional zueinander): Café, Restaurants, Shop, Casino, Lunch Box (später). Beim Zwischenstopp in Stavanger müssen wir an Bord bleiben. Jeder geht seinen eigenen Interessen nach (sofern er welche hat). Man trifft sich und ein paar Münchner später wieder beim Schieb. Die Münchner sind auch auf InterRail und sind uns die ganze Zeit hinterhergereist. Wir quatschen ein bisschen, Max labert (wie immer). Es ist abends, im Schiff ist es angenehm warm, trotzdem macht sich ein Gefühl von Kälte breit, man wird unruhig und sucht nach einem Weg, den inneren Schweinehund zu zähmen. Im Club Viking versuchen uns die Münchner die bayerischen Aufreissmethoden an einem Beispiel (zwei heissen Norwegerinnen, die kurz mal nach Newcastle gehen, um sich ein paar (tausend) Levi's zu kaufen) zu zeigen. Entweder sind die Norwegerinnen zu klug, oder die Bayern zu blöd, auf jeden Fall ergibt sich nicht all zuviel zwischen den Vieren (nicht einmal Max konnte mit seinem unendlichen Charme eine von den Katzen zum Schnurren bringen). Auf der Bühne versuchen sich einige Kabarettisten und haben teilweise Erfolg. Tanzmusik folgt. Kaiser folgt auch, nämlich mir ins Bett (jetzt kann ich den Bezug zur Lunch Box wieder herstellen, dort schlafen wir nämlich).