7:47 Der norwegische Hahn sieht eher aus wie der Rasenmäher- mann, muss aber noch an seinem Krähen etwas feilen (Anm. des Red. : Wir wurden von einem riesigen Rasenmäher geweckt, der den Park mähen wollte, in dem unser Zelt stand). Wach werden wir trotzdem. Trotz kurz, war die Nacht gut. Zum Frühstück essen wir Crunchy-Müsli, das wir noch lieben lernen würden und bringen danach die Rucksäcke ins TIRC, um sie dort in einem Raum zu lagern. Befreit von der Last des IRs lässt sich Trondheim auch viel besser angucken. Wir freunden
uns auch gleich damit an, als wir den Ausblick von Trondheims Festung genießen
(Max, Kaza und Tobi freunden sich eher mit den herumstehenden PAKs (= Panzerabwehrkanonen) an).
So orten wir auch den Fischmarkt, der für unser Nachmittagessen herhalten muss.
Wir erreichen ihn nach einem Umweg über das Einkaufszentrum. Ein Liter Krabben für 50 NOK und eine geräucherte Forelle für 34 NOK mussten für unser Essen sterben. Die Folge: Krabbenpuhlen. Auch Max macht seine Erfahrung damit (ja Max, jeder fängt mal klein an).
Er steht vor allem auf die Mutterkrabben, denen der gesamte Laich zwischen den Beinen hängt (Zitat: "Sind an all den Dingern Eier dran?") Unsere Hände danken es uns. Das eau de crabe begleitet uns noch eine Weile.
Urplötzlich überkommt uns das Verlangen im Fjord baden zu gehen.Also steigen wir auf gut Glück in einen Zug nach Rotvoll und haben tatsächlich Glück, man kann dort baden, allerdings wohl weniger nackt. Da der Zweck die Mittel heiligt, setten wir kurzerhand einen Trend: das UHB (Unterhosenbaden, man wird noch in Jahrhunderten darüber reden). Wir sonnen uns danach noch eine Weile bis wir uns zurück auf den Weg nach Trondheim machen... jedenfalls das versuchen, denn wir stellen fest, dass Züge hier a) sehr viel Verspätung haben b) sie nur bei Bedarf halten und c) das ganze System nicht ganz so funktioniert, wie es soll. Wir schaffen es um 18:45 dann doch noch nach Trondheim.
Dort wird die öffentliche Bloßstellung eines Altersheimes, das sich zu einem Reigen
auf dem Marktplatz versammelt hat, begafft. Da man davon jedoch nicht satt wird, kaufen wir im REMA1000 ein. Kurz später finde ich heraus, dass der McDonald´s den McChicken nur unter dem Tarnnamen McKylling verkauft, allerdings zu spät: der BigMac ist schon verzehrt. Frisch genährt holen wir unsere Rucksäcke aus dem InterRailCenter ab, vertreiben uns noch ein bisschen die Zeit mit Volleyballspielen und machen Bekanntschaft mit drei ÖsterreicherInnen.
Da die Linzerin weiblich ist, fährt Max natürlich voll auf sie ab und sabbert die
Sitze im Schienenersatzverkehrsbus voll, mit dem wir um 22:10 nach Strøydag verfrachtet werden. Als wir dort in den Zug steigen, wissen wir welch Horror uns erwartet. Abfahrt um 23:50. Die Erkenntnis, dass sich die Sitze drehen lassen, gibt uns Hoffnung auf eine etwas weniger schlaflose Nacht.